Staatsarchiv des Kantons Zürich
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Grundprotokolle 1530–2010

Grundprotokolle sind chronologisch geführte Dokumentationen von Geschäften im Zusammenhang mit Grund und Boden (Besitzerwechsel durch Verkauf, Teilung oder Erbgang, hypothekarische Verschreibungen, Nutzniessvereinbarungen, Dienstbarkeiten und Grundlasten) und damit eine wichtige Grundlage für die Hausforschung sowie für ortsgeschichtliche Forschungen. Die Protokolle wurden ab dem 17. Jahrhundert, teilweise sogar bereits ab dem 16. Jahrhundert in den Kanzleien bzw. Landschreibereien der Landvogteien, Obervogteien und Gerichtsherrschaften des alten Stadtstaats Zürich geführt. Mit dem ersten modernen Notariatsgesetz von 1839 traten die Notariate an die Stelle der Kanzleien, verbunden mit mehreren Neuorganisationen der Notariatskreise im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts.

Auch die langen Reihen der Grundprotokolle sind Veränderungen unterworfen, was die Gebiete, Ortschaften (zunächst Kirchgemeinden, dann politische Gemeinden sowie Gemeindeteile) und Stadtquartiere anbelangt, die sie abdecken. Vor 1798 wurden häufig noch keine Einzelreihen pro Gemeinde geführt, sondern Gesamtreihen pro Vogtei oder Herrschaft oder allenfalls Reihen pro Amt innerhalb grosser Landvogteien wie Kyburg. Im 19. Jahrhundert wurden Reihen dann aufgespalten oder wieder zusammengelegt und Ortschaften mit eigener Reihe in die Reihe der politischen Gemeinde integriert, zu der sie gehörten.

Das vorliegende Angebot erlaubt Ihnen die Suche nach den Grundprotokollen sowie zugehörigen Unterlagen wie Hofbeschreibungen einer Gemeinde – oder auch eines Gemeindeteils bzw. eines Stadtquartiers, sofern sie eine eigene Bandreihe hatten –, ohne dass Sie wissen müssen, zu welchen Kanzleien und Notariaten die Gemeinde, der Gemeindeteil oder das Stadtquartier im Verlauf der Zeit gehörte und in welchen Reihen sie überliefert sind. Es reicht, den Namen der gesuchten Gemeinde bzw. des gesuchten Gemeindeteils oder Stadtquartiers einzugeben.

Die Resultate werden chronologisch sortiert angezeigt, können aber auch nach Titel sortiert werden. Auf einen Blick erkennen Sie so die Hauptreihe und allfällige Nebenreihen einer Gemeinde (mit Gemeindeteilen, die später in der Regel in die Reihe der entsprechenden Gemeinde integriert wurden). Die Treffer sind mit den entsprechenden Datensätzen im Online-Archivkatalog verlinkt, wo Sie weitere Informationen finden und die Bände ggf. zur Konsultation im Staatsarchiv bestellen können.

Zeitlich reichen die Reihen der Grundprotokolle entweder bis zur Einführung des Eidgenössischen Grundbuchs, die 1912 begann, im Kanton Zürich aktuell aber noch nicht überall abgeschlossen ist, oder zumindest bis zum Zeitpunkt, zu dem das zuständige Notariat die Bände dem Staatsarchiv bereits abgeliefert hat. Der Zeitpunkt der Einführung des Eidgenössischen Grundbuchs ist im Online-Archivkatalog jeweils auf Stufe Gemeinde angegeben. Stimmt er mit dem Entstehungszeitraum überein, wie in diesem Beispiel (1957), ist das Grundprotokoll bereits vollständig im Staatsarchiv. Bei neuen Ablieferungen wird das Angebot aktualisiert.

Im Online-Archivkatalog verteilen sich die Grundprotokolle auf zwei Zeitabschnitte, jeweils geordnet nach Provenienzen: Die ältere Überlieferung der 43 Kanzleien bzw. Landschreibereien bis zum Inkraftreten des ersten modernen Notariatsgesetzes 1839 finden Sie in der Hauptabteilung «Alter Stadtstaat» unter der Grundsignatur B XI. Die jüngere Überlieferung ab 1840 der heute 44 Notariate finden Sie im Provenienzarchiv (Grundsignatur Z). Hier finden Sie jeweils auch weiterführende Informationen zur gesamten Überlieferung der Kanzleien und Notariate und zu den Veränderungen in der Einteilung der Verwaltungsstrukturen bis zu den heutigen Notariatskreisen.

Bedingt durch die zwei Zeitabschnitte sowie die Veränderungen in den Verwaltungsstrukturen und in der Zusammensetzung der Grundprotokolle sind die Reihen im Online-Archivkatalog zwar unterbrochen, über den ersten und letzten Band einer Teilreihe aber ebenfalls miteinander verlinkt. So können Sie die Reihen auch im Online-Archivkatalog durchgehen, wenn Sie wissen, in welchen Reihen sich der gesuchte Ort findet, soweit er nicht im Titel ausgewiesen ist.

Im Rahmen des Projekts «Neuerschliessung der Notariatsbestände» wurden in den Jahren 2012–2019 alle bereits verzeichneten Grundprotokolle unter neuen Signaturen nacherschlossen. Stossen Sie in der Literatur auf eine frühere, sprechende Signatur wie z. B. «B XI Höngg-Zürich 40» können Sie die heutige Signatur über «Frühere Signaturen» in der Feldsuche im Online-Archivkatalog abfragen.

In den Grundprotokollen selber wird auf Vorgänger- und Nachfolgereinträge in der Regel mit der Bandzählung verwiesen, die auch aus Buchstaben bestehen kann. Sie finden diese Informationen im Titel der Bände, wobei römische Ziffern in arabische Zahlen umgesetzt sind (z. B. «Grundprotokoll Männedorf, Bd. 27», «Grundprotokoll Fehraltorf, Bd. D»).

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